Derby-Wahnsinn: Füchse Duisburg schlagen Herne nach 0:4-Rückstand

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Der Eishockey-Oberligist Füchse Duisburg hat am Montagabend das Topspiel der DEB Oberliga Nord gewonnen. Vor 2853 Zuschauern in der heimischen SCANIA-Arena schlug der EVD den Herner EV mit 7:6 nach Overtime. Freitagabend hatten die Füchse bereits mit 3:2 bei den Icefighters aus Leipzig gewonnen.

Ein Wahnsinnsspiel mit Alleinstellungscharakter bekamen die Zuschauer am 2. Weihnachtstag an der Duisburger Wedau zu sehen. Schier aus den Häuschen waren die Füchse-Fans nach dem Schlusspfiff. Und das, obwohl man aus Duisburger Sicht das 1. Drittel schnell vergessen möchte. 90 Sekunden waren gerade erst gespielt als Verelst im Trikot der Herner seine Farben in Front brachte. Genau dieser Spieler machte wahrscheinlich das Spiel seines Lebens. Mit einem lupenreinen Hattrick und einem weiteren Treffer durch Nieberle lag der HEV bereits nach vierzehn Minuten mit 4:0 in Führung. Zwei dieser Tore wurden unhaltbar für Torhüter Holmgren abgefälscht. Die Herner zeigten, warum sie momentan Tabellenführer sind. Ein Lebenszeichen für den EVD zeigte André Huebscher mit dem Anschlusstreffer in der 17. Minute. Mit 1:4 ging es in die Kabine. Man merkte den Füchsen das Fehlen wichtiger Spieler an. Kurz vor Spielbeginn meldeten sich Patrick Klöpper und Viktor Beck mit einer Grippe ab. Zudem stand Yannis Walch aufgrund seiner Spieldauerstrafe aus dem Leipzig-Spiel nicht zur Verfügung.

Das 2. Drittel begann mit einer Umstellung in Reihen der Füchse. Norman Martens ging in den Angriff. Diese Umstellung zeigte Wirkung. In der 22. Minute gelang Chris St. Jacques nach herrlicher Vorarbeit von Norman Martens der 2:4-Anschlusstreffer. Vier Minuten später war Lars Grözinger zur Stelle, der auf 3:4 verkürzte. Nun waren die Füchse am Drücker. In dieser Drangzeit gelang Verelst aber in Überzahl sein 4. Tor, was ein wenig Fahrt bei den Füchsen herausnahm.

Die Füchse machten aber im letzten Drittel da weiter, wo sie schon im 2. Drittel anfingen. Sie schnürten den Gegner in ihrer eigenen Zone ein. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Füchse treffen sollten. Raphael Joly in der 46.Minute und Chris St. Jacques in der 52. Minute belohnten die Füchse für ihren aufopferungsvollen Einsatz. Verelst mit seinem 5. Treffer in der 55. Minute stellte den kompletten Spielverlauf im Schlussdrittel auf den Kopf. Es stand also 6:5 für den HEV. Und Verelst der Matchwinner? Nein, den hatten die Füchse auf ihrer Seite. Füchse-Coach Lance Nethery nahm Holmgren für einen 6. Mann vom Eis. Diese Maßnahme brachte den Erfolg und Raphael Joly mit seinem 2.Treffer kurz vor Schluss erzielte den erneuten Ausgleich. So ging es in die Verlängerung, in der Raphael Joly mit einem Alleingang zum endgültigen Matchwinner wurde und den viel umjubelten Siegtreffer erzielte. „Was für eine Moral der Spieler. Einen 0:4-Rückstand in einem Sieg umzumünzen und das gegen den Tabellenführer! Die Fans und die Spieler werden dieses Spiel nicht so schnell vergessen“, so Füchse-Trainer Lance Nethery nach dem Spiel.

Am morgigen Mittwoch geht es für die Füchse bereits weiter in der DEB Oberliga Nord. Gegner um 19.00 Uhr in Mellendorf sind die heimischen Wedemark Scorpions. Am Freitag, den 30.12.2016 folgt dann das nächste Heimspiel für die Füchse. Ab 19.30 Uhr geht es in der SCANIA-Arena gegen die Hannover Scorpions. Auch hier heißt es für alle Füchse-Fans wieder: lasst die Eishalle wieder voll werden, um die Jagd auf Platz 1 weiter voranzutreiben.

Füchse Duisburg – Herner EV 7:6 OT (1:4; 2:1; 3:1; 1:0)

Tore:
1. Minute – 0:1 Verelst
5. Minute – 0:2 Verelst
10. Minute – 0:3 Verelst
14. Minute – 0:4 Nieberle
17. Minute – 1:4 Andre Huebscher
22. Minute – 2:4 Chris St. Jacques
26. Minute – 3:4 Lars Grözinger
31. Minute – 3:5 Verelst
46. Minute – 4:5 Raphael Joly
52. Minute – 5:5 Chris St. Jacques
55. Minute – 5:6 Verelst
58. Minute – 6:6 Raphael Joly
65. Minute – 7:6 Raphael Joly

Zuschauer: 2853

Aufstellung Füchse: Peter Holmgren (Justin Schrörs) – Manuel Neumann, Dominik Ochmann, Norman Martens, Finn Walkowiak, Mike Schmitz, Maik Klingsporn, Tom Schmitz – Raphael Joly, Lars Grözinger, André Huebscher, Cornelius Krämer, Björn Barta, Jari Neugebauer, Chris St. Jacques, Lois Spitzner