Rostock Piranhas vs. Füchse Duisburg 3:4 n. P.

Krimi in zwei Akten: Füchse Duisburg gewinnen in Rostock nach Penalty-Schießen

Dem Freitags-Krimi in der DEB Eishockey Oberliga Nord haben die Füchse Duisburg auch in Rostock einen Thriller folgen lassen. Mit 4:3 siegten die Füchse Duisburg nach Penalty-Schießen. Nach dem Verlauf des Spiels eher zwei gewonnene Punkte, als ein verlorener.

Zu Beginn hatte Duisburg mehr vom Spiel. Der Versuch, schneller zum Abschluss zu kommen und einfacher sowie effektiver zu spielen, war zu erkennen. Doch leider brachten sich die Füchse durch unnötige Strafen selbst aus dem Rhythmus. Beally saß als erster auf der Strafbank. Rostock mit einer Großchance, aber der „Neue“ im Tor der Duisburger, Philip Lehr, pariert auch den Nachschuss stark mit dem Schoner. Auf der anderen Seite gab besonders die Reihe Berzins, Beck und Slanina Gas. Ein gutes Pressing von der Füchse-Reihe brachte nicht nur eine „Riesen-Chance“, sondern auch das 1:0 für den EVD.Ein Missverständnis der Rostocker nutzte Beck. Rostocks Verteidiger klemmt die Scheibe von außen an das eigene Gehäuse, wartet auf den Fanghandschuh seines Goalies, doch Beck stochert den Puck hinter die Linie. Verdiente Führung für die Füchse Duisburg. Als Habermann auf der Strafbank sitzt, kommt postwendend die Rostocker Antwort. Lemmer reagiert am schnellsten und gleicht für die Ostseestädter aus. Überzahltor Nummer eins für die Rostocker.

Im Mitteldrittel kommt Duisburg besser aus der Kabine. Torchancen ja, Tore nein! Erst als Guts für Rostock auf die Strafbank muss, klingelt es im Kasten. Slanina bringt die Füchse erneut in Führung. Doch auch diesmal währte die Führung nicht lange! Geburtstagskind Bezouska traf nur zwei Minuten später schon zum 2:2 für die Rostocker. Danach begann die wilde Phase im Spiel. Viele Puckverluste auf beiden Seiten und wenig Konstruktives im Spielaufbau. Die kurioseste Szene gab es dann aber in den Schlusssekunden des zweiten Drittels. Sechs Sekunden sind noch zu spielen, Bully vor dem Tor der Rostocker. Der Puck geht hinterm Rostocker Tor auf die andere Seite, noch drei Sekunden zu spielen. Beck von der Grundlinie mit dem Schlenzer aufs Tor, Slanina hält den Stock rein. Noch zwei Sekunden zu spielen. Der Puck geht hoch in die Luft. Noch eine Sekunde zu spielen. Der Puck fällt Rostocks Torwart Stark auf den Rücken und ins Tor! Die Sekunde ist um, Ende des zweiten Spielabschnitts und Tor für die Füchse Duisburg. (Anmerkung des Verfassers: Ich habe mir die Szene auf dem Video ansehen können im Bus auf der Rückfahrt. Es war ein reguläres Tor!)

Im letzten Spielabschnitt gab es dann viele „Nickeligkeiten“ auf beiden Seiten. Duisburg nahm alleine sechs Strafminuten und bettelte um den Ausgleich. Es dauerte aber bis zur 57. Spielminute, ehe Rostock die vielen Überzahl-Situationen ausnutzte und den erneuten Ausgleich erzielte. Lehr im Tor der Füchse war die Sicht genommen und Dörner schießt von der blauen Linie über die Fanghand ins Tor. Ausgleich und Verlängerung!

Auch in den fünf Minuten Overtime nimmt Duisburg Strafen, rettet sich aber ins Penalty-Schießen. Dort trifft Robin Slanina durch die Beine von Stark und er trifft auch als Einziger von allen sechs Schützen. Sieg nach Penalty-Schießen für die Füchse Duisburg! Zwei Punkte gewonnen!

„Wir mussten das 4 zu 2 machen“, sagt Füchse Trainer Doug Irwin nach dem Spiel. „Durch Dummheit im dritten Drittel müssen wir mit den zwei Punkten zufrieden sein!“ „Duisburg ist einer der Favoriten für den Aufstieg“, haderte Rostocks Trainer Kenneth Latta mit der Schiedsrichter-Entscheidung zum 3:2 für Duisburg. Für ihn war die Zeit klar abgelaufen und das Tor hätte nicht zählen dürfen. „Immerhin hat meine Mannschaft 58 Minuten gut gespielt. Wir haben von Freitag viel gelernt und das gut umgesetzt. Wenn wir mal 60 Minuten Eishockey spielen, schaffen wir es auch gegen die guten Teams zu gewinnen!“ Irwin hielt aber mit Kritik nach dem Spiel auch nicht hinterm Berg: „Einige machen deutlich zu wenig. Aufgrund der Qualität der Spieler erwarte ich einfach mehr!“ Für seinen Torwart fand er lobende Worte: „An den Gegentoren konnte er nichts machen, Philip hat eine gute Partie gespielt!“

Zweimal Rostock in drei Tagen, fünf Punkte auf der Habenseite. Freitag wartet die nächste Mammut-Tour auf die Füchse. Dann heißt es, ab nach Leipzig. Sonntag erst das nächste Heimspiel in der KENSTON ARENA gegen die Hannover Scorpions!

Rostock Piranhas – Füchse Duisburg 3 : 4 n. P. (1:1;1:2;1:0;0:1)

14. Minute – 0:1 Beck (Slanina/Berzins)
16. Minute – 1:1 Lemmer (Kurka/Seifert)
25. Minute – 1:2 Slanina (Schmitz/Barta)
27. Minute – 2:2 Bezouska (Piehler/Spister)
40. Minute – 2:3 Slanina (Beck/Berzins)
57. Minute – 3:3 Dörner (Ehmann/Rataicyk)
3:4 Slanina (Penalty)

Strafen: Duisburg 22 – Rostock 12

Zuschauer: 905

Aufstellung Füchse: Philip Lehr (Christoph Mathis) – David Cespiva, Mike Schmitz, Thomas Ziolkowski, Aaron Beally, Yannis Walch, Finn Walkowiak, Marius Nägele – Lars Grözinger, Raphael Joly, André Huebscher, Armands Berzins, Marco Habermann, Björn Barta, Robin Slanina, Sam Verelst, Jari Neugebauer, Viktor Beck, Cornelius Krämer, Dennis Gulda