Icefighters Leipzig vs. Füchse Duisburg 3:4/Leipzig ist für die Füchse Duisburg langsam eine Reise wert

In Leipzig wollte Duisburg an die aufsteigenden Leistungen anknüpfen. Das gelang auch recht gut. Nach einer Phase des Abtastens konnte Habermann die Scheibe im Leipziger Drittel halten, setzt schön nach und passt auf Verelst. Der Belgier eiskalt, schlenzt den Puck über die Stockhand von Roßberg in den Giebel. Das 1:0 für Duisburg in der 8. Spielminute. Doch schon eine gute Minute später schlägt Leipzig zurück. Von der blauen Linie wird die Scheibe einfach nur vor das Tor geschlenzt und Mathis kann nur nach vorne abprallen lassen, ihm war die Sicht genommen. Geistesgegenwärtig hat Komnik den Puck aufgenommen und ins halb verwaiste Tor geschoben – 1:1! Duisburg hat danach das Eishockeyspielen eingestellt. Leipzig war nach dem Ausgleich die klar bessere Mannschaft und folgerichtig belohnen die Icefighters sich in der 17. Spielminute mit dem 2:1. Albrecht nimmt einen Fehlpass der Füchse Duisburg in der vorwärts Bewegung auf, läuft alleine auf Mathis zu und schiebt ihm die Scheibe sehenswert am Schoner vorbei. Füchse Trainer Frank Petrozza sagte nach dem Spiel: „Wir haben gut gespielt und dann nach dem Ausgleich einfach nicht weiter gemacht, der Ausgleich war wie ein Schock!“

Im zweiten Spielabschnitt fing sich Duisburg aber wieder. Phasenweise schnürten sie die Gastgeber im Leipziger Drittel ein. Joly hämmert die Scheibe an die Torlatte. Auch Beally hat Pech mit einem Schuss an den Pfosten. Auf der anderen Seite waren Chancen in diesem Drittel deutlich weniger. Doch die Duisburger mussten bis zur 32. Minute warten, ehe gejubelt werden durfte. In Überzahl hat Joly den Blick für den freistehenden Schmitz direkt am langen Eck des Leipziger Tores. Präzises Zuspiel und Schmitz drückt den Puck über die Linie zum überfälligen und verdienten 2:2. Genau sechs Sekunden vor dem Drittelende bekommt Habermann eine Strafe gegen sich ausgesprochen. Beim Stande von 2:2 geht es in die Drittelpause, aber Leipzig wird mit Überzahl starten.

Der letzte Spielabschnitt war fast schon Play-Off-Eishockey! Chancen auf beiden Seiten und jedes Team hätte das Spiel für sich entscheiden können. Zunächst macht Leipzig Druck in Überzahl. Duisburgs Penalty-Killing funktioniert aber und das nötige Glück, sowie ein starker Torwart sind auch im Spiel. Die Füchse Duisburg zeigen aber auch Siegeswillen. Zwingt Leipzig zu Fouls, die der Schiedsrichter ahndet. Duisburg bekommt einige Überzahl-Chancen. Als Leipzig nur noch fünf Sekunden in Unterzahl spielen muss, zieht Cespiva von der blauen Linie ab. Der Schuss findet sein Ziel und die Nummer 49 im Füchse-Trikot bringt Duisburg mit 3:2 in Führung. Schaffen die Füchse es endlich mal ein Spiel auswärts zu drehen und dann auch über die Zeit zu bringen? Wir schreiben noch immer die 52. Spielminute. Leipzig im Angriff, die Duisburger Verteidiger halten die Icefighters gut vom Tor weg, Schmitz attackiert in der Ecke hinter dem eigenen Tor seinen Gegenspieler zu ungestüm und muss wegen Bandenchecks vom Eis. Was für eine unnötige Strafe! Lässt Duisburg Leipzig ernsthaft nochmal zurückkommen? Ja, und wie, keine zehn Sekunden dauert das Power-Play der Leipziger. Ziolkowski versucht die Scheibe aus dem Duisburger Drittel zu schießen, Eichelkraut hält sie aber drin, Schuss auf Mathis, der hält, Berzins will klären, Scheibe kommt zu Velecky, wieder Mathis, Cespiva schlägt über die Scheibe und dann wird Albrecht die Sache zu bunt und nagelt den Puck kompromisslos in die Duisburger Maschen! 3:3, bringt sich Duisburg wieder um den verdienten Lohn? Überzahl für Duisburg. Der Puck läuft in den Füchse-Reihen, aber Leipzig stellt die Schusswege gut zu. Chance in Überzahl vertan. Konter für Leipzig, Mathis ist da. Noch eine Minute zu spielen, schlechter Wechsel von Leipzig, plötzlich steht Ziolkowski an der blauen Linie frei. Ein Schuss, ein Strahl, ein Tor! Duisburg führt 47 Sekunden vor Spielende mit 4:3!!! War es das? Leipzig wirft jetzt alles nach vorne. Noch drei Schüsse fliegen Mathis in den letzten Sekunden um die Ohren, alle vorbei. Vier Sekunden vor dem Ende erobert Verelst dann den Puck links hinter dem eigenen Tor, einklemmen, oder raus damit – egal, noch drei, zwei, eine Sekunde und AUS!!! Die Füchse Duisburg gewinnen in der Meisterrunde zum ersten Mal auswärts, verdient! Der Jubel der Duisburger war groß. Ein Sieg des Willens und auch gut für die Psyche!

„Nach dem 3:3 Ausgleich dachte ich schon, bitte nicht schon wieder…“, sagte Füchse Kapitän Björn Barta nach dem Spiel.

Sein Coach fand lobende Worte nicht nur für sein Team, auch für die Gastgeber: „Das Leipzig stark zu Hause ist, wussten wir. Wir haben gut angefangen. Nach dem Ausgleich wurden wir wackelig. Es war ein offenes Spiel, schnell, intensiv und wir haben wieder zwei Power-Play-Tore erzielt!“ Der Sieg war hart erkämpft, ergänzt Petrozza: „Der letzte Monat war nicht einfach für uns. Ich freu mich sehr für die Mannschaft!“

Leipzigs Coach Sven Gericke zu dem Spiel: „Am Anfang waren wir zu zögerlich, zu ängstlich, zur Hälfte des ersten Drittels hatten wir das Spiel dann im Griff. Da müssen wir mehr Tore machen! Danach war es ein offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, am Ende hat der Glücklichere gewonnen. Wir kriegen einfach zu viele Gegentore. Besonders die Schüsse an der blauen Linie müssen wir wieder blocken, dann kommen wir auch wieder in den Rhythmus zurück, wie wir in der Vorrunde gespielt haben.“

Viel Zeit zum Feiern haben die Füchse Duisburg nicht. Sonntag wartet der nächste Leckerbissen auf die Fans in der KENSTON ARENA. Der Spitzenreiter Tilburg Trappers kommt. Erstes Bully ist dann um 18:30 Uhr!
Der Sieg in Leipzig könnte da vergoldet werden!

Icefighters Leipzig – Füchse Duisburg 3 : 4 (2:1/0:1/1:2)

08. Minute – 0:1 Verelst (Habermann/Beally)
10. Minute – 1:1 Komnik (Fischer/Weber)
17. Minute – 2:1 Albrecht (Weber)
32. Minute – 2:2 Schmitz (Joly/Huebscher)
52. Minute – 2:3 Cespiva (Barta/Berzins)
52. Minute – 3:3 Albrecht (Velecky/Eichelkraut)
60. Minute – 3:4 Ziolkowski (Schmitz/Joly)

Zuschauer: 1011

Strafen: Icefighters Leipzig 12 – Füchse Duisburg 8

Aufstellung Füchse: Christoph Mathis (Philip Lehr) – Mike Schmitz, Marius Nägele, David Cespiva, Yannis Walch, Thomas Ziolkowski, Aron Beally, Finn Walkowiak – Lars Grözinger, André Huebscher, Raphael Joly, Marco Habermann, Björn Barta, Viktor Beck, Armands Berzins , Jari Neugebauer, Sam Verelst, Cornelius Krämer, Dennis Gulda