Selber Wölfe vs. Füchse Duisburg 7:6 – EVD und Wölfe mit offenem Visier

Im ersten Achtelfinalspiel der Play-Offs um den Aufstieg in die DEL2 haben die Füchse Duisburg nach großem Kampf knapp mit 7:6 bei den Selber Wölfe verloren. Selb führt damit in der Serie mit 1:0. Sonntag um 18.30 Uhr in der KENSTON ARENA gibt es Spiel zwei der Serie. Zum Erreichen des Viertelfinales muss eine Mannschaft dreimal gewonnen haben.

Vor 2227 Zuschauern in der Eishalle in Selb gab es kein langes Federlesen. Beide Mannschaften spielen schnell nach vorne und drängten minütlich auf Torchancen. Zwei Selber Wölfe lag es aber besonders auf dem Herzen, ihre Visitenkarte in Duisburg abzugeben. Mudryk und McDonald zeigten, warum sie zu Recht oben in der Scorerliste der Oberliga Süd zu finden sind. Schon in der 5. und 6. Minute bediente McDonald seinen körperlich „kleinen“ Sturmpartner Mudryk erfolgreich zur schnellen 2:0 Führung für Selb. Duisburg steckte aber von Beginn an nicht auf. Die Reihe Pisarik, Slanina und Huebscher reagierte prompt zum 2:1! Es war mehr als ein Lebenszeichen der Füchse Duisburg. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe mit reichlichen Torchancen auf beiden Seiten. In der 13. Minute ein erster Vorgeschmack auf das Überzahlspiel der Wölfe Selb. Schnelle Aufstellung und nicht lange fackeln, wenn es die Möglichkeit gibt abzuziehen. Duisburgs Penalty-Killing ist aber auch nicht von schlechten Eltern. Es bleibt beim 2:1 für Selb. Als dann Slanina in der 19. Minute einen Stockschlag abbekommt, revanchiert er sich und muss leider mit auf die Strafbank. Ärgerlich, denn Duisburg hätte eine Überzahl-Situation gehabt. So kam es aber noch dicker. Cespiva hält McDonald und die letzte Minute des ersten Drittels geht es mit 4 gegen 3 weiter. Wieder sind es Mudryk und McDonald, die die absolute Ruhe bewahren und die Sekunden ausspielen. Dabei schleicht sich McDonald außen herum auf die andere Seite, stellt sich ans lange Eck und wird sekundengenau von Mudryk bedient. Das 3:1 fällt in der letzten Sekunde des ersten Drittels, welch ärgerlicher Moment!

Der zweite Spielabschnitt beginnt, wie der Erste endete. Teils unnötige Strafen gegen Duisburg und zwei super aufgelegte Stürmer im Selber Wölfe Trikot. So ist es erneut McDonald, der in der 26. Minute eine Vorlage von Mudryk zum 4:1 verwertet. Direkt danach wieder eine Strafe gegen Duisburg. Geben die Jungs die Partie jetzt Mitte des zweiten Drittels aus der Hand? Nein! Sie legen sogar noch einen Gang zu. Provozieren ihrerseits Strafen gegen Selb. In der 31. Minute muss Böhringer vom Eis. Ihm folgt eine gute Minute später Landon Gare. 5 Duisburger gegen 3 Selber Wölfe. Die Wende? Ja, aber nur, wenn es ein schnelles Tor gibt. Und das gibt es. Slanina sieht Pisarik vor dem Tor frei stehen und der Tscheche verkürzt auf 4:2. Duisburg bleibt in Überzahl. Noch ein Tor für die Füchse und das Spiel ist wieder offen. Die Sekunden der Überzahl ticken langsam runter, Duisburg findet keinen kontrollierten Spielaufbau und steht kaum in Position. Als man schon dachte, die Überzahl wird nichts, wurschtelt sich Pisarik durch und passt auf Slanina. Der lässt sich nicht lange bitten und nagelt die Scheibe zum 4:3 in die Maschen des Tores von Niklas Deske. Duisburg ist wieder dran, die Partie wieder offen, hier geht heute noch was. Schon im nächsten Angriff haben die Füchse Duisburg die große Chance auf den Ausgleich. Beck, Pisarik und Berzins scheitern an Deske. Selb schwimmt, produziert Fehlpässe in der eigenen Zone. Duisburg ist jetzt sehr offensiv und vergisst leider die Defensive. Moosberger nutzt das zum 5:3. Die Vorarbeit, ja, wieder McDonald und Mudryk! Duisburg kurzfristig geschockt, pennt beim Bully und nur 13 Sekunden später stellt Selb den alten Drei-Tore-Vorsprung wieder her. Diese vermaledeite 40. Spielminute. Selb geht mit einer 6:3-Führung in den letzten Spielabschnitt.

Das letzte Drittel hat noch gar nicht richtig angefangen, da sind es erneut Pisarik und Slanina, die Duisburg wieder ran bringen – 6:4 nur noch. Doch auch Selb schläft nicht in der Vorwärtsbewegung. Minute 44 Stöber zum 7:4. Duisburg steckt trotzdem nicht auf. Verelst mit dem nächsten Treffer für die Füchse. 7:5 und noch eine Viertelstunde zu spielen. Es blieb ein wildes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Strafe gegen Selb, ungenutzt! Die Minuten vergehen. Noch drei stehen auf der Uhr, als ausgerechnet Jari Neugebauer einen Schlenzer aus der Drehung flach unten links vom Torwart aus gesehen ins Netzt zieht. Vor drei Jahren hat Neugebauer noch für Selb gespielt, jetzt leitet er die Wende ein? 7:6 für Selb! Duisburg hat mit Mathis einen überragenden Torwart im Kasten. Zwei drei Hundertprozentige Konter fischt er ab. Dann eine Minute vor dem Ende verlässt er seinen Kasten für einen weiteren Stürmer. Duisburg macht mächtig Druck. Selb ist stehend k.o.! Sie werfen alles rein und auch Duisburg gibt alles. 20 Sekunden noch, Beck mit einem Rückhandschuss, der aber knapp am Tor vorbeistreift. Die Chance zum Ausgleich! Erneut Bully vor dem Selber Tor. Barta gewinnt ein Bully nach dem anderen und dann, Sekunden vor dem Ende liegt die Scheibe frei vor dem Tor der Gastgeber. Barta macht einen langen Arm und versucht die Scheibe über die Linie zu drücken, doch er bekommt die Scheibe nicht kontrolliert. Selb spielt den Puck raus und darf sich als glücklicher Sieger fühlen. Duisburg muss sich aber nicht verstecken. Es war die beste Leistung seit Wochen, ja fast Monaten. Die Erkenntnis: Du kannst Selb schlagen. Sonntag geht mit der Unterstützung der heimischen Fans einiges. Die Serie ausgleichen und dann das Momentum mitnehmen. Heute stimmte Vieles und heute stimmt vieles positiv!

Spiel zwei der Serie ist am Sonntag um 18.30 Uhr in der KENSTON ARENA! Kommt vorbei, bringt noch weitere Anhänger mit, die Mannschaft hat es sich heute verdient!!!

Selber Wölfe – Füchse Duisburg 7 : 6 (3:1/3:2/1:3)

05. Minute – 1:0 Mudryk (McDonald/Müller)
06. Minute – 2:0 Mudryk (McDonald/Moosberger)
07. Minute – 2:1 Huebscher (Slanina/Pisarik)
20. Minute – 3:1 McDonald (Mudryk/Ondruschka)
26. Minute – 4:1 McDonald (Mudryk/Moosberger)
31. Minute – 4:2 Pisarik (Slanina)
33. Minute – 4:3 Slanina (Pisarik)
40. Minute – 5:3 Moosberger (Mudryk/McDonald)
40. Minute – 6:3 Gare (Stöber/Piwowarczyk)
42. Minute – 6:4 Pisarik (Slanina)
44. Minute – 7:4 Piwowarczyk (Stöber/Gare)
45. Minute – 7:5 Verelst (Cespiva/Habermann)
57. Minute – 7:6 Neugebauer (Berzins/Beck)

Zuschauer: 2227

Strafen: Selber Wölfe 10 – Füchse Duisburg 14 + 10 (Berzins)

Aufstellung Füchse: Christoph Mathis (Philip Lehr) – Mike Schmitz, Marius Nägele, Yannis Walch, Thomas Ziolkowski, Aron Beally, David Cespiva, Finn Walkowiak – André Huebscher, Armands Berzins, Björn Barta, Viktor Beck, Pavel Pisarik , Jari Neugebauer, Marco Habermann, Sam Verelst, Robin Slanina, Cornelius Krämer, Dennis Gulda, Marco Clemens